Archiv für 'Meinungen'

SPD Lohmar: Wo bleibt die Jugend?

Kindern und Jugendlichen in Lohmar fehlt ein Platz, wo sie sich ungestört treffen können. Deswegen hat die GRÜNE Jugend Lohmar einen Antrag für die Einrichtung eines offenen Jugendtreffs in ihrem Stadtgebiet gestellt. Sie möchte so das Kinder- und Jugendangebot verbessern und den Wünschen dieser Altersgruppe Gehör verschaffen.

Die SPD Lohmar scheint dort jedoch anderer Meinung zu sein. Sie kritisierte in der letzten Ausgabe des LOHMARER STADTANZEIGER, dass der Antrag von einer politischen Jugendorganisation, in dem Fall von der GRÜNEN Jugend, kam.

Uns geht es aber nicht darum, welche Partei oder welche Organisation diesen Antrag gestellt hat. Wir wollen lediglich eine Verbesserung des Kinder- und Jugendangebots erwirken. Dies ist der offene Jugendtreff zweifellos, wie Erfahrungen anderer Kommunen mit solchen Treffpunkten zeigen. Wichtig ist doch nur, dass auch in Lohmar etwas geschieht.

Anstatt die sinnvollen und konstruktiven Vorschläge zu kritisieren, sollte sich die SPD vielmehr um die Erweiterung und Verbesserung der Angebotsvielfalt in Lohmar kümmern. Für die einstige Volkspartei scheint sich dies jedoch als schwierig zu gestallten, da sie immer mehr Wähler verliert und es ihre eigene Jugendorganisation, die Jusos, bei uns in Lohmar auch nur noch auf dem Papier gibt.

Meike Schwamborn und Benedikt Schößler

Nachhilfe-Schwein

Kritisch zu betrachten ist aus unserer Sicht die Aktion der CDU/JU, die ihr Vorhaben unter den Schutz des Stadtmarketing Vereins Lohmar e.V. stellt!

Nachhilfe-Schwein

Nachhilfe-Schwein

Auf dem Stadtfest werdet ihr an fast jedem Stand ein Sparschwein finden, das Spenden für einen “guten Zweck” sammelt. Gesammelt wird von den Stadtmachern und der CDU/JU, die mit den Spenden, die sie von den Besuchern des Lohmarer Stadtfestes 2009 bekommen, die Lohmarer Kinder unterstützen möchten, die sich von Haus aus keine Nachhilfe leisten können.

Am Stand der GRÜNEN und der GRÜNEN Jugend werdet ihr ein solches Sparschwein nicht finden, da wir der Meinung sind, dass man nicht die Auswirkungen durch eine Sozialleistung der Bürger bekämpfen soll, sondern das Problem an den Wurzeln anpacken muss! Die Fragen, die sich stellen, sind doch ganz andere:

  • Warum braucht ein Sozialstaat wie Deutschland überhaupt Bürger, die für die Bildung von Kindern und Jugendlichen spenden?
  • Sollte nicht das Bildungssystem so umgestellt werden, dass die SchülerInnen überhaupt keine Nachhilfe benötigen, weil sie von ihrem Bildungsgang bereits die beste Förderung in jeglicher pädagogischen Hinsicht genießen?
  • Müssen aus diesem Grund nicht viel mehr finanzielle Mittel aus dem Haushalt des Landes NRW für die Bildung der Kinder und Jugendlichen ausgegeben werden?

Denn das wichtigste Gut, dass Deutschland verkaufen kann ist und bleibt doch die Bildung! Durch die Haltung der CDU/JU und auch durch die Unterstützung einer solchen Aktion wird das Problem nur geduldet, ausgebadet und kann niemals behoben werden. Als angehender Pädagoge sollte der Sprecher der JU, Tim Salgert, das doch mit am Besten wissen!

Und übrigens: Was auf Landesebene bei der CDU nicht funktioniert, das soll nun die CDU auf kommunaler Ebene richten?

Lisa Feustel zu Internetfiltern an Schulen

Diejenigen, die das Internet nutzen, wissen: Dieses Medium ist das vielfältigste, aktuellste und lebendigste, das wir je hatten. Nirgendwo haben wir sonst einen so einfachen Zugang zu einer vergleichbaren Masse an Informationen und Meinungen. Bei diesem Hintergrund ist es begrüßenswert, dass auch den Schüler_innen an den Lohmarer Schulen mit Computerräumen und Selbstlernzentren das Internet zur Verfügung gestellt wird.

Vor einigen Monaten jedoch wurden diese Computer mit einem Filter ausgerüstet. Dieser sperrt generell den Zugang zu allen Internetseiten,mit Außnahme einzelner ausgewählter Seiten. Die Folgen sind fatal: Einfachste Seiten mit offensichtlich harmlosem Inhalt bleiben unzugänglich, Emailverkehr(der gerade in der Oberstufe ein durchaus übliches Kommunikationsmittel zwischen Schüler_innen und Lehrer_innen ist) ist nicht mehr möglich, und Recherchen zu jedem Thema werden sinnlos, wenn sowieso ein Großteil der relevanten Seiten unzugänglich ist.

Als Grund für das alles wurde der “Jugendschutz” angegebe, und niemand will bestreiten, dass dieser wichtig ist. Zweifellos gibt es im Internet auch Seiten mit fragwürdigem Inhalt und zweifellos müssen gerade jüngere Schüler davor geschützt werden. Doch hier ist die Art und Weise eine wichtige Frage. Ich denke, dass das Stichwort “Medienkompetenz” hier eine entscheidene Rolle spielt. Schüler_innen sollte ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Internet beigebracht werden, statt dass man sie in Watte packt und versucht sie mit Verboten völlig von jeglichen Gefahrenquellen abzuschirmen. Es sollte vermittelt werden wo die Gefahren liegen und erreicht werden, dass die Schüler_innen durch kritisches Denken selbstständig dazu fähig sind bedenkliche Seiten zu erkennen. Und dazu muss es eben auch einmal möglich sein, dass eine solche Seite im Unterricht besprochen wird und die Schüler_innen ihren Inhalt diskutieren können.


Die Schule hat die Aufgabe die Schüler_innen auf das Leben vorzubereiten, und zwar auf ein Leben, dass eben auch aus Gefahren besteht. Früher oder später werden die Kinder wenn sie zu Hause das Internet nutzen auch auf bedenkliche Seiten geraten. Ist es dann nicht viel besser, wenn ihnen in der Schule vermittelt wurde, wie sie damit umgehen können? Eine künstliche heile Welt durch Zensur in der Schule zu erschaffen hilft da wenig.

Ganz abgesehen davon leben wir in einem Land, in dem Meinungsfreiheit einer der wichtigsten Werte ist. Warum sollte dies also gerade an Schulen, an denen jungen Menschen diese Werte vermittelt werden sollen, anders sein? Damit Meinungsbildung stattfinden kann, müssen die Schüler_innen Zugang zu vielfältigen Meinungen haben. Nur so können sie zu aufgeklärten und weitsichtigen jungen Erwachsenen werden. Mit der Zensur durch das aktuelle Filtersystem ist dies, zumindest im Schulunterricht, nicht möglich.

Beleidigungen als Mittel politischer Meinungsäußerungen

Es ist eine gut sich Gedanken über die Transferleistungen des Staates gerade für Kinder zu machen. Der aktuelle Regelsatz des Sozialgelds schließt junge Menschen von vielen Freizeitmöglichkeiten aus und schafft so Subkulturen. Eine drastische Erhöhung des Regelsatzes ist auch nach der kürzlichen Anpassung dringend notwendig. Ob es sinnvoll ist einige Leistungen wie Schwimmbad- oder Kinobesuch, Mitgliedschaften in Vereinen, Bücher oder Zeitschriften nicht bar, sondern in anderer Form aus zuschütten, muss diskutiert werden.

Wenn man diese Diskussion anstoßen will, soll man das sagen. Eine große Gruppe von Menschen zu beleidigen und Klischees zu unterstützen ist bestimmt nicht zielführend.

Es sei denn, man wollte diese Diskussion gar nicht, sondern nur mal wieder in die Presse kommen. Mit ähnlich absurden Aussagen hat das ja schon einmal funktioniert. Und jetzt brauchte man eine “plausible” Erklärung für seine Aussagen.

Ganz egal, ob Herr Mißfelder den eingangs beschriebene Sachverhalt als gesellschaftliches Tagesthema etablieren wollte oder jetzt nur eine Erklärung sucht: er und seine Parteifreunde sollten sich Überlegen, ob ein Mann, der wiederholt durch Beleidigung und Schmähung auffällt in einer christlichen Partei im Speziellen und in der Politik im Allgemeinen etwas zu suchen hat.

Man kann ihn natürlich auch walten lassen, bis der Nachwuchspolitiker jeden Menschen mit einem Pauschalurteil belegt hat. Rentner, Jugendliche und Erwerbslose hat er ja schon durch. Dann ist wenigstens jedem ganz klar, was man in dieser Partei als Mittel politischer Meinungäußerungen duldet.

Flickr.com, Henry

Flickr.com, Henry

Studiengebühren sind abzulehnen. Studiengebühren führen gleich doppelt auf den Holzweg.

Es ist weithin anerkannt, dass es in Zukunft viel weniger Menschen mit Universitätsabschluss geben wird als benötigt.
Studiengebühren helfen da bestimmt nicht.

Fast noch schwerer wiegt die neuerliche soziale Selektion. Schon jetzt entscheidet die soziale Herkunft maßgeblich über die Bildungschancen.
Studiengebühren helfen da bestimmt nicht.

Lisa Feustel zum Thema Bürgerrechte

Nun ist es also so weit, als Spitze des Eisbergs an Angriffen auf unsere Bürgerrechte wird der Traum unseres Innenministers wahr und die Bundeswehr darf im Innland eingesetzt werden. Und mal wieder ändert die Bundesregierung dafür fröhlich die Verfassung. Dass diese als Grundgesetz eigentlich unantastbar sein sollte scheint dabei niemanden weiter zu stören.

“Reichen zur Abwehr eines besonders schweren Unglücksfalles polizeiliche Mittel nicht aus“ wie es in der entsprechenden Passage heißt, soll das Militär auf Anweisung der Bundesregierung eingreifen dürfen. Doch diese Definition ist dehnbar. Darunter kann man die als Begründung vorgeschobenen Terroranschläge genauso fassen wie eine Demonstration von Globalisierungsgegnern.

Ein Staat darf nie rechtmäßige Mittel haben um gegen seine eigene Bevölkerung zu kämpfen. Denn eines der wichtigsten Elemente einer Demokratie ist die kritische Kontrolle der Regierung durch die Bevölkerung. Und dazu muss eben auch ziviler Widerstand in welcher Form auch immer möglich sein. Doch wenn die Gefahr besteht, dass eine Demonstration mit Panzern beendet wird und Menschen, die kritische Internetseiten besuchen damit rechnen müssen überwacht zu werden, schafft das ein Klima der Angst und des Misstrauens, dass eine freie demokratische Gesellschaft unmöglich macht.