Tag: Junge Union

Kritisch zu betrachten ist aus unserer Sicht die Aktion der CDU/JU, die ihr Vorhaben unter den Schutz des Stadtmarketing Vereins Lohmar e.V. stellt!

Nachhilfe-Schwein

Nachhilfe-Schwein

Auf dem Stadtfest werdet ihr an fast jedem Stand ein Sparschwein finden, das Spenden für einen “guten Zweck” sammelt. Gesammelt wird von den Stadtmachern und der CDU/JU, die mit den Spenden, die sie von den Besuchern des Lohmarer Stadtfestes 2009 bekommen, die Lohmarer Kinder unterstützen möchten, die sich von Haus aus keine Nachhilfe leisten können.

Am Stand der GRÜNEN und der GRÜNEN Jugend werdet ihr ein solches Sparschwein nicht finden, da wir der Meinung sind, dass man nicht die Auswirkungen durch eine Sozialleistung der Bürger bekämpfen soll, sondern das Problem an den Wurzeln anpacken muss! Die Fragen, die sich stellen, sind doch ganz andere:

  • Warum braucht ein Sozialstaat wie Deutschland überhaupt Bürger, die für die Bildung von Kindern und Jugendlichen spenden?
  • Sollte nicht das Bildungssystem so umgestellt werden, dass die SchülerInnen überhaupt keine Nachhilfe benötigen, weil sie von ihrem Bildungsgang bereits die beste Förderung in jeglicher pädagogischen Hinsicht genießen?
  • Müssen aus diesem Grund nicht viel mehr finanzielle Mittel aus dem Haushalt des Landes NRW für die Bildung der Kinder und Jugendlichen ausgegeben werden?

Denn das wichtigste Gut, dass Deutschland verkaufen kann ist und bleibt doch die Bildung! Durch die Haltung der CDU/JU und auch durch die Unterstützung einer solchen Aktion wird das Problem nur geduldet, ausgebadet und kann niemals behoben werden. Als angehender Pädagoge sollte der Sprecher der JU, Tim Salgert, das doch mit am Besten wissen!

Und übrigens: Was auf Landesebene bei der CDU nicht funktioniert, das soll nun die CDU auf kommunaler Ebene richten?

Es ist eine gut sich Gedanken über die Transferleistungen des Staates gerade für Kinder zu machen. Der aktuelle Regelsatz des Sozialgelds schließt junge Menschen von vielen Freizeitmöglichkeiten aus und schafft so Subkulturen. Eine drastische Erhöhung des Regelsatzes ist auch nach der kürzlichen Anpassung dringend notwendig. Ob es sinnvoll ist einige Leistungen wie Schwimmbad- oder Kinobesuch, Mitgliedschaften in Vereinen, Bücher oder Zeitschriften nicht bar, sondern in anderer Form aus zuschütten, muss diskutiert werden.

Wenn man diese Diskussion anstoßen will, soll man das sagen. Eine große Gruppe von Menschen zu beleidigen und Klischees zu unterstützen ist bestimmt nicht zielführend.

Es sei denn, man wollte diese Diskussion gar nicht, sondern nur mal wieder in die Presse kommen. Mit ähnlich absurden Aussagen hat das ja schon einmal funktioniert. Und jetzt brauchte man eine “plausible” Erklärung für seine Aussagen.

Ganz egal, ob Herr Mißfelder den eingangs beschriebene Sachverhalt als gesellschaftliches Tagesthema etablieren wollte oder jetzt nur eine Erklärung sucht: er und seine Parteifreunde sollten sich Überlegen, ob ein Mann, der wiederholt durch Beleidigung und Schmähung auffällt in einer christlichen Partei im Speziellen und in der Politik im Allgemeinen etwas zu suchen hat.

Man kann ihn natürlich auch walten lassen, bis der Nachwuchspolitiker jeden Menschen mit einem Pauschalurteil belegt hat. Rentner, Jugendliche und Erwerbslose hat er ja schon durch. Dann ist wenigstens jedem ganz klar, was man in dieser Partei als Mittel politischer Meinungäußerungen duldet.